Rettungshundestaffel im Kaukasus

ASB-Rettungshundeführer im Einsatz im Kaukasus

In Kooperation mit der SAR-Germany wurden von der Rettungshundestaffel des ASB Ludwigshafen die Mantrailer-Teams Anja Fiedler mit Hund Filou und Elke Fischer mit Hündin Cleo frei gestellt, um sich gemeinsam mit drei Flächensuchteams der SAR auf eine beschwerliche Suche im Bereich Chiatkhevi im Kaukasus nach einem vermissten Mann zu begeben.

2014_einsatz_im_kaukasus_2.jpgAm Sonntag, den 08.06.2014, trat ein 73-jähriger, gut durchtrainierter Mann (Marathonläufer) eine Wanderung von ca. 15 km im Bereich Chitakhevi im dortigen, sehr gebirgigen Gelände an. Bei der Parkleitung des Nationalpark Borjomi meldete er sich noch für diese Strecke ab. Als besagter Wanderer am Tag darauf nicht auf seiner Dienststelle erschien, wurden umgehend Suchmaßnahmen mit Unterstützung eines Hubschraubers eingeleitet. Leider ohne Erfolg.

In Kooperation mit der SAR-Germany, die schließlich ein Hilferuf aus Georgien erreichte, wurden von der Rettungshundestaffel des ASB Ludwigshafen die Mantrailer-Teams Anja Fiedler mit Hund Filou und Elke Fischer mit Hündin Cleo frei gestellt, um sich gemeinsam mit drei Flächensuchteams der SAR auf die beschwerliche Suche nach dem vermissten Mann zu begeben.

Bereits am frühen Morgen des 11.6.2014 landeten die Suchteams samt Einsatzleitung in Tiflis und wurden dort von einer Kolonne von Geländefahrzeugen abgeholt. Von Borjomi sollte es mit dem Hubschrauber ins Suchgelände gehen. Auf Grund schlechter Wetterbedingungen musste der Suchtrupp seine Reise stattdessen zu Fuß fortsetzen. Bei diesem ca. 15 km langen Aufstieg von 800 auf 2.000 Höhenmeter bei Regenwetter und Nebel wurde den Hundeführern viel Kraft abverlangt. Völlig durchnässt und durchgefroren war mit der beginnenden Nacht an eine Suche nicht zu denken. In einer einfachen, 20 qm kleinen Hirtenhütte übernachtete schließlich die 17-köpfige Suchmannschaft, bevor die Hunde am nächsten Morgen um 5 Uhr zur Suche angesetzt wurden.

Das Wetter war nicht besser geworden, Regen und Schneeschauer erschwerten die Arbeit erheblich. Dennoch konnten die Mantrailer eine Spur der Person aufnehmen und über eine erhebliche Distanz verfolgen. Die Flächenhundeteams suchten währenddessen ein steil abfallendes Waldgebiet ab, wo der vermisste Mann vermutet wurde. Es stellte sich zwischenzeitlich heraus, dass es am Tag des Verschwindens schwere Hagelniederschläge gab, vor denen sich der Wanderer sicherlich schützen wollte. Kurz vor dem 2.600 Meter hohen Gipfel, der auch der Übergang zum Abstieg gewesen wäre, überraschten das Suchteam erneut schwere Wetterwidrigkeiten. Nässe und Kälte nagten nun zunehmend an der eigenen körperlichen Verfassung, so dass – auf die eigene Sicherheit bedacht – entschieden wurde, die Suche abzubrechen.

Noch immer bestand keine Möglichkeit, die Suchmannschaft mit dem Helikopter abzuholen. Lediglich eine Pferdestaffel, die selbst zunächst den ca. 6-stündigen Aufstieg absolvieren musste, konnte Unterstützung bieten. Ein Ausharren im Schnee ohne Möglichkeit, sich zu wärmen, war keine Option. Folglich entschloss sich der Suchtrupp zum Abstieg. Unterwegs traf man auf die Pferdestaffel, welche eine große Hilfe und Motivation zum Weiterlaufen war. Im unteren Drittel des Abstiegs wurden außerdem noch zwei Quads entgegengeschickt. Diese wiederum mussten sich aber über mehrere Stunden in dem steilen und völlig verwilderten Gelände zunächst einen Weg mit Hilfe einer Motorsäge bahnen. Schließlich gelangte die Gruppe nach vielen Stunden wieder in der Zivilisation an und war froh, selbst gerettet worden zu sein. Das Ergebnis der Suche selbst jedoch stimmte alles andere als fröhlich. Eine Überlebenschance des vermissten Mannes bestand zu diesem Zeitpunkt zwar nicht mehr, doch hatten die Mantrailer wichtige Hinweise gegeben, wo sich der Vermisste aufgehalten haben musste. Bei besserem Wetter könnte so eine weitere Suche erfolgen, so dass der Wanderer möglichst aufgefunden und an seine Angehörigen übergeben werden kann. Tatsächlich erreichte die Suchmannschaft knapp drei Wochen nach ihrem Einsatz die Mannschaft, dass die vermisste Person tot aufgefunden wurde.

Für die Einsatzkräfte des ASB Ludwigshafen und der SAR-Germany war es einer der kräfteraubendsten und gefährlichsten Einsätze, bei der nicht nur gegen die Wetterwidrigkeiten gekämpft werden musste, sondern auch jederzeit die Gefahr bestand, auf  wilde Schakale, Wölfe oder Bären zu treffen.

„Wir sind unglaublich stolz auf unsere Hunde“, sagt Anja Fiedler, Ausbildungsleiterin bei der Rettungshundestaffel des ASB Ludwigshafen. „Auch wenn wir den Vermissten nicht finden konnten, so haben die Hunde dennoch eine bewundernswerte Arbeit geleistet und bewiesen, dass sie selbst unter schwierigsten Bedingungen unbeirrt ihre Arbeit machen“, so Fiedler weiter.

Die Rettungshundestaffel des ASB Ludwigshafen ist ständig auf der Suche nach Verstärkung. „Wir absolvieren Einsätze innerhalb Deutschlands“, erklärt Staffelleiterin Steffi Gruber. „Auslandseinsätze wie dieser im Kaukasus erfolgen immer in Kooperation mit anderen Katastropheneinheiten und unter der Voraussetzung, dass wir die Freistellung vom ASB Ludwigshafen erhalten. Wir wären aber schon froh, wenn sich mehr Leute für die Rettungshundearbeit in unserer Region begeistern würden“, meint Gruber.

Wer sich für diese anspruchsvolle Ausbildung seines Vierbeiners interessiert, darf sich gern per E-Mail an steffi.gruber(at)asb-lu.de wenden.